Nun ging es westwärts –

Richtung Panama Kanal!!

 

Bevor es aber endgültig soweit war, hatten wir noch einiges an Vorbereitungsarbeiten zu erledigen: Baloo wurde an Land gestellt und generalüberholt. Das Wichtigste war das Unterwasserschiff zu säubern und neu zu streichen, und auch die blauen Streifen am Rumpf mussten dringend erneuert werden. Servicearbeiten am Motor waren erforderlich und natürlich  Innen – und Außenputz  höchst notwendig. Nach 1,5 Jahren Segeln  lagert sich außen und innen viel Schmutz ab. Nach 14 Tagen  war es dann so weit : Baloo glänzte, dass es eine Freude war – und wurde wieder zu Wasser gelassen!

 

Zurück aus Österreich (… es waren wunderschöne Tage zu Hause… ) ging alles sehr schnell: Segel anschlagen, Lebensmittel bunkern, und wieder einmal“ Good bye“  sagen zu vielen lieben Segelfreunden in der Bahia Redonda in Puerto la Cruz -Venezuela.

Am 29. November, zeitig in der Früh,  verließen wir den uns so lieb gewonnenen Ort und mussten, da sehr wenig Wind war, die 60 Nm nach TORTUGA motoren. Am langen, weißen Sandstrand vertraten wir uns dann dort abends die Füße und genossen den herrlichen Sonnenuntergang.

Am Morgen setzten wir Groß und Fock, denn ein guter Wind aus Ost mit 15-20 Knoten war angesagt und wehte auch. Gerade beim Verlassen der Ankerbucht trafen wir Tim und Sue, sie motorten an uns vorbei und es gab ein freudiges „ Hallo“.

Unser Ziel waren die LOS ROQUES, ein wunderschönes Inselarchipel, und nachdem die Sonne am nächsten Tag aufgegangen war, sahen wir am Horizont  GRANDE ROQUES schimmern. Gegen mittag erreichten wir „unseren“ Ankerplatz hinter der Insel  SARQUI.

 

       

Los Roques            Fahrt n. Aves- Immer beißt ein Barracuda

 

LOS ROQUES ist ein äußerst beliebtes Segelgebiet – hier herrschen vorwiegend steife Briesen vor und gleichzeitig gibt es nur flache See. Durch das kristallklare Wasser konnten wir riesige Fischschwärme beobachten und zusehen wie größere Fische und Pelikane Jagd nach ihnen machten Westwind und unangenehmer  Westschwell hielten uns einige Tage hier fest, doch sobald dies vorüber war, motorten wir weiter zu den LAS AVES. Und nach 39Nm manövrierten wir Baloo langsam und vorsichtig durch die Riffe in die mittlere Ankerbucht dieser schönen Inseln. Umgeben von Mangroven und - sehr geschützt lagen wir hier. Tausende und abertausende Blaufußtölpel leben hier auf dieser Insel.  Für Schnorchler und Taucher ein herrliches Revier in dem sie ihrem  Hobby  frönen  können - und Gerhard tat das auch – zusammen mit Josef und Maria und mit Fritz und Max; Österreicher, die mit ihren Booten neben uns ankerten.

Die Westwetterlage schwächte gottlob immer mehr ab und so verließen wir am Dienstag, früh morgens, das Vogelparadies AVES DE BARLAVENTO. Leichter Ostwind mit 5 Knoten war zum Segeln noch zu gering. Wir motorten und hatten um halb neun Uhr AVES DE SOTAVENTO querab. Nun frischte der  Ost etwas auf und wir konnten Groß und Fock setzen. Es dauerte  jedoch nicht lange, der Wind ließ wieder nach, die Dünung wurde höher und so beschlossen wir zu motoren. Dazu kam noch, dass genau vor uns eine dunkle Regen – und Gewitterfront stand und in die mussten wir laut Kurs hinein und durch. Um 11Uhr fing es dann auch an zu regnen, zu blitzen und zu donnern; die Sicht war sehr schlecht und erst kurz vor BONAIRE konnten wir den Leuchtturm an der Südspitze der Insel ausnehmen. Drei Stunden später machten wir zwischen einem deutschen und einem schweizer Segelboot an einer Boje fest. Die holländisch verwaltete Insel BONAIRE begrüßte uns mit Regen!

Bonaire-Flamingo

 

BONAIRE ist eine flache und sehr saubere Insel. Tauchen, Surfen und Vögel beobachten ist die Hauptattraktion für die Touristen hier, und die Behörden bemühen sich sehr, dieses Naturreservat zu erhalten.

Ein – und Ausklarieren war für uns vollkommen problemlos. Freundliche Beamte gaben bereitwillig Auskunft auf unsere Fragen.

Die Tage, die wir hier verbrachten, waren sehr regenreich. Wir mieteten aber trotzdem einen Wagen und umrundeten die Insel. Immer wieder konnten wir  Flamingos beobachten, wie sie im knietiefen Wasser dahinstolzierten.

An einem Sonntagmorgen lichteten wir dann den Anker, setzten Groß und Fock und „Vor dem Wind“, Kurs 260 Grad, machten wir uns auf den Weg  nach CURACAO. Erst kurz vor der Einfahrt zur „Spaanse Water“, einer sehr großen Ankerbucht südlich der Hauptstadt Willemstad, rollten wir die Segel weg. Wir fanden einen guten Ankerplatz und sofort wurden wir freundlich begrüßt, von Seglern, die wir auf dem Weg hierher schon kennen gelernt hatten, und -  die so wie wir durch den Panamakanal wollen.

                       

Curacao                Einkaufsfahrt      Strassenscene        Divers Paradise

 

CURACAO sollte unser Sprungbrett nach Panama sein. Diese Passage wird von allen  Seefahrern sehr respektiert und ist nicht  ungefährlich, wenn man das Wetter nicht beachtet. Und das wollten wir sehr genau tun, bevor wir von hier ablegten .

Schon am nächsten Tag fuhren wir zusammen mit anderen Seglern mit einem öffentlichen Bus in die Hauptstadt Willemstad, genannt“ Klein Holland in Westindien“. In der derzeitigen Hauptstadt der Niederländischen Antillen glaubt man sich in ein altniederländisches Städtchen des 17.Jh.s versetzt. Schmale Straßen und stattliche Bauten mit hoch aufgesetzten Giebeln bestimmen hier das Stadtbild.

Jeden Tag, am Morgen, holten wir uns die neuesten Wetterinformationen via Wetteronline.de, besprachen diese und warteten. Unser erstes Teilziel Richtung Panama sollte CARTAGENA in Kolumbien sein, ca. 510 Nm. Wir wollten unbedingt noch vor dem 08. Dez. dort sein, um den berüchtigten Dezemberstürmen in diesem Gebiet auszuweichen. Und am 29.November, wieder ein Sonntag, war  laut Wettervorhersage für uns der günstigste Zeitpunkt. Im Lee der Insel CURACAO war das Segeln ein Vergnügen, Ostwind mit 15 -20 Knoten und keine Welle!

Auf der Höhe von ARUBA aber wurden die Wellen hoch und kurz, doch der Ostwind trieb uns gut voran, sodass unser Etmal am Montag 155 Nm betrug. Wir waren sehr zufrieden. Am darauf folgenden Tag frischte der Wind unter tags auf 20 – 25 Knoten auf und wir mussten reffen; mit 7 – 10 Knoten ging es dahin.

 In der Nacht und am Mittwochvormittag setzte der Ostwind noch zu und die kurzen Wellen wurden bis zu 12 ft. hoch, bei Raumwind – oder Vorwindkurs kein Problem, doch bei Kurs“Halber Wind“ in Richtung CARTAGENA eine harte und nasse Sache.

Gerhard und ich überlegten nicht lange und nach ein paar kurzen, steilen Wellen, die uns ordentlich ins Cockpit geschwappt waren, wurde der Kurs wieder geändert und es ging „Vor dem Wind“ direkt auf die SAN BLAS INSELN zu. Ein konstanter Ostwind mit 17 Knoten bescherte uns wunderschönes Segeln. Um 15 Uhr, am Donnerstag, 02.12., tauchten am Horizont schemenhaft die Berge der Landenge von Panama auf und eine halbe Stunde später konnten wir die ersten Inselchen des SAN BLAS  Archipels erkennen. Wir (Elisabeth) waren überglücklich diese gefährliche Segelstrecke hinter uns zu haben. Jimmy Cornell beschreibt in seinem Buch „Segelrouten der Weltmeere“ diese Segelstrecke folgendermaßen: „Die Fahrt kann sehr rauh werden. Viele erfahrene Segler haben die Passage über das Karibische Meer als die härteste ihrer gesamten Weltumsegelung bezeichnet. Viele Boote wurden durch die steilen achterlichen Seen aufs Wasser gedrückt und überspült. Einige gingen auch an der kolumbianischen Küste verloren, nachdem sie durch den starken Strom dorthin versetzt wurden….etc. etc.“

Hinter einer wunderschönen, kleinen Palmeninsel fiel unser Anker und wir fielen in unsere Kojen.

Am nächsten Morgen motorten wir 2 Nm weiter zur Inselgruppe COCO BANDEROS und hier trafen wir Georg und Susi und Mark und Tina, Österreicher, die auf den SAN BLAS schon beinahe so etwas ähnliches wie zuhause waren. Freudig wurden wir begrüßt und schon am Abend saßen wir mit ihnen auf der „Sundowner“- Insel zusammen.

Etliche der SAN BLAS  INSELN sind von Kuna Indianern bevölkert, die sich ihre traditionelle Lebensweise und eine gewisse politische Autonomie innerhalb der Republik Panama erhalten haben Die Kunas sind ein sehr friedfertiges und bescheidenes Volk. Sehr naturverbunden verbringen sie ihre Tage auf ihren kleinen Inseln und sind beim Verkauf ihrer einfachen Waren keinesfalls aufdringlich oder böse, falls wir ihnen einmal nichts abnehmen.

Schon am nächsten Tag waren einige Kunas mit ihren Einbaumbooten an unserem Schiff und boten uns ihre Molas (bestickte, bunte Tücher) an.

                                  

Liebe Gäste          Molakauf              Strand            Weihnachtsschweinchen   

                       

Hl.Abend              Krippe                 Christbaum           Seglerinnen

 

Immer mehr Segelboote gingen in  COCO BANDEROS vor Anker, denn hier sollte am Hl. Abend auf einer der Inseln ein Schwein gegrillt werden. Und bereits früh am Morgen des 24. Dezember richteten wir die Feuerstelle her und um 10 Uhr brutzelte bereits das Schwein auf dem Spieß, dieser war aus Guidos Notpinne konstruiert, einem Tausendsassa, der beinahe  alles bewerkstelligen konnte! Gegen 20 Uhr war es dann so weit, die Sau wurde vom Spieß genommen und jeder, der wollte, holte sich ein Stück. Dazu gab es köstliche Zutaten, denn jeder Segler hatte eine Spezialität seines Heimatlandes zubereitet und mitgebracht. Wir erlebten einen„internationaler“ Hl. Abend, denn mit Menschen aus vielen verschiedenen Staaten aßen, tranken, plauderten und sangen wir.

 

Gegen Ende des Jahres machten wir einen kurzen Abstecher ins nahe Indianerdorf NARGANA, denn wir brauchten einige Grundnahrungsmittel. Die Menschen in diesem Dorf leben in Großfamilien in einfachen Bambushütten und scheinen mit dem Wenigen, das sie haben, zufrieden zu sein. Auf dem Rio Diabolo, einem Urwaldfluss, erlebten wir ein Stück unberührte Natur. Seltene Urwaldvögel konnten wir aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. Vereinzelt begegneten wir Indianern, die in ihren Booten flussabwärts paddelten. Ein freundliches „Hola!“ und „que tal“ erklang und schon waren wir wieder eins mit der Natur.

Die Tage, bis zur Ankunft unseres Gastes Olga, verbrachten wir wieder auf den COCO BANDEROS. Lesen, kleine Arbeiten an Bord, Zusammensitzen mit Segelfreunden und Botcha spielen füllten unsere Tage aus.

                               

essen beim            Fischer                Baloo                    Dorfleben            Indianerdorf

Bürgermeister

 

Dann war es so weit. Beinahe pünktlich um 06,30 Uhr landete Olga am 13. Jänner mit einer Twin Otter auf dem kleinen Flugplatz in NARGANA. Noch am selben Tag kehrten wir zurück nach COCO BANDEROS; wir wollten Olga so schnell wie möglich dieses wunderschöne Fleckchen Erde zeigen und - wir wollten wieder mit unseren österreichischen Segelfreunden zusammen sein; 4 österreichische Segelyachten lagen hier vor Anker – eine Besonderheit! Nach 2 Tagen brachen wir auf, denn wir wollten Olga ein Stückchen dieses herrlichen Inselarchipels zeigen. In den Holondes, 10Nm entfernt, fiel das erste Mal der Anker. Abends wurden wir von Ricardo, einem Kuna Indianer auf seine Insel zum Fischessen eingeladen. Zu dem Fisch servierte uns seine Frau Reis mit Kokosnussfleisch;  was köstlich schmeckte!

In den Lemon Cays zeigten uns die Kunafrauen ihre kunstvoll gestickten Molas. Olga war in ihrem Element und kaufte einige.

Seit Anfang Dezember waren wir nun schon in den SAN BLAS und hatten noch nicht einklariert; nun war es aber Zeit und wir segelten  am nächsten Tag die 6 Nm nach PORVENIER und meldeten uns. Kaum war unser Anker dort im Wasser, waren Kunas da und boten uns einen riesigen Zackenbarsch an. Ganze 10US kostete dieses ca.10 Kilo schwere Tier und wir aßen einige Tage daran; das Fleisch schmeckte herrlich!

                               

Olga Putzt            Basketball            Buben                  Indianer am Rio Diabolo    Nussöffner

                               

10kg Zackenbarsch    Elis u. Olga      Fischgericht          Gesundes              Kinder

                       

Rio Diabolo              Schildkröte          Segelyacht           Tölpel

 

Olga verließ uns am 31. Jänner und wir glauben, sie wird zu Hause viel zu erzählen haben: Das Leben auf einem Segelboot, das Segeln in den San Blas Inseln und die Begegnung mit den Kuna Indianern, einem Naturvolk,  vermittelt sehr viel Interessantes und Wertvolles. 

Wir werden uns noch ein paar ruhige Wochen bei den Kuna Indianern gönnen und dann so gegen Ende Feber durch den Panama Kanal und bald weiter nach Ecuador und zu den Galapagos Inseln segeln.