Tahiti

 

 

 

 

 

Endlich – laut Wettervorhersage und den Gripfiles  sollte „draußen“ Südwind mit 15-20Kn. wehen, also lichteten wir am Mittwoch, 07. Juni um 07Uhr35 unseren Anker und motorten aus dem FAKARAWA–Atoll. Zwischen dem FAKARAWA–Atoll und TOAU setzten wir Groß und Genua und schon ging es dahin – 15Kn aus Süd, Kurs Halber Wind. Am Abend legten wir dann ein Reff ins Groß, denn der Wind hatte auf 20Kn aufgefrischt und wir wollten es halbwegs ruhig haben während der Dunkelheit. Am Morgen drehte der Wind dann auf Ost und so konnten wir Vor  dem Wind  in den Tag hineinsegeln. Um nicht zu früh, also bei Dunkelheit, hinter das Korallenriff von Tahiti einfahren zu müssen, mussten wir ein 2. Reff ins Groß einbinden  und auch die Genua  verkleinern. Das Timing passte und so tauchte am Freitag, um 05Uhr00 OZ,   im Morgendunst TAHITI vor uns auf.

TAHITI NUI (die große Insel) und TAHITI ITI, ihre kleine Schwester, ruhen inmitten einer Farbenpracht aus Jade-und Tuerkisschattierungen. Schroffe Berge, wolkenumhüllte Gipfel, tiefe Täler voller üppiger Farne, Flüsse, die erfrischendes Wasser führen…die „Insel der Liebe“ ist reich an Natur-und Kulturschätzen, zu entdecken in einer Vielzahl von Aktivitäten: allen voran natürlich der Tauchsport, aber auch Geländesafaris, Bergtouren, Canyoning, Surfen, Meereskajak usw.

Kaum fiel unser Anker  vor der Marina Taina ins Wasser, wurden wir von lieben Segelfreunden begrüßt: Wolfgang und Doris von der Nomad und Harry und Heidi von der Alk.

Das Erkunden von Tahiti musste noch warten, denn zuerst hieß es Motor reparieren. Eine der Düsenhalterungshülsen  musste ausgetauscht werden und schon am nächsten Tag begannen wir mit der Demontage des Zylinderkopfes und mit dem Abmontieren all jener Motorteile,  die beim Wechseln der Hülse störend waren. Viel Arbeit, viel Schweiß und Nerven, aber nach 5 Tagen  schnurrte der „Murrl“ wieder und wir konnten aufatmen.

Inzwischen war bereits Ende Juni und das Heiva i Tahiti Festival (Juli-Fest) stand vor der Tür. Dabei treten zahlreiche Tanzgruppen zum Wettbewerb an. Vier solcher herrlichen Veranstaltungen mit sehr hohem Niveau konnten wir miterleben und waren begeistert. Kraft und Charme, symbolische Gestik, schöne Verzierungen (Kleidung und Blumenkränze) charakterisieren den tahitischen Tanz, der vor allem eine volkstümliche Tradition darstellt. Genauso wie der Tanz hat auch die Kunst des Tätowierens eine wichtige Rolle im Zusammenhalt der Gesellschaft inne. Sie inspiriert sich an geometrischen, Pflanzen-oder Tiermotiven und wird sowohl von Männern als auch von Frauen als Körperschmuck getragen.

Das Juwel unter den Inseln sind die Tahiti Perlen. Viele  Frauen haben schon immer insgeheim davon geträumt, eine Perle zu besitzen, das Schmuckstück der Träume aus Tausend und einer Nacht. Die Tahiti Perle ist weltweit zum Symbol für Eleganz und Schönheit geworden. Ob rund und perfekt, birnenförmig und romantisch, barock und modern, grünlich schillernd (sog.Fliegenflügel), auberginenfarben, bläulich, goldbraun, rosa oder einfach stahlgrau: Sie besticht durch ihren Glanz und Schmelz und schmeichelt dem Blick.

Auch wir sind dem Zauber dieses einmaligen Schmuckstückes erlegen und nun  trägt auch Elisabeth eine wunderschöne Perle am Hals.

Nachdem die letzten Klänge der Tahititrommeln verklungen waren, segelten wir nach TARAVAO, einer tiefen, sehr geschützten Bucht zwischen TAHITI und TAHITI ITI, denn von hier aus wollten wir zusammen mit der Segelyacht“ Pachamama“zurück zu den TUAMOTUS segeln. Leider mussten wir nach 70Nm umkehren, da der Wind beständig mit 25-30Kn auf die „Nase“ blies und die Wellen immer ungemütlicher wurden. Am darauffolgenden Tag zeitig in der Früh waren wir dann wieder im Enfahrtspass nach TARAVAO. Und hier passierte es dann. Wahrscheinlich durch Unkonzentriertheit und Übermüdung deuteten  wir ein Untiefenzeichen falsch und schon  krachten wir mit 5Kn. auf ein Korallenriff. Gott sei Dank konnten wir uns freimotoren und nachdem der Anker in der Ankerbucht gefallen war, wurde getaucht. Wir hatten Glück und wir haben ein sehr massiv gebautes Schiff: Am Kiel waren nur ein paar ca. 4mm tiefe Kratzer, mehr nicht. Trotzdem stellten wir Baloo an Land, verspachtelten die Kratzer mit Epoxispachtelmasse und trugen bei der Gelegenheit auch gleich neues Antifuoling auf das Unterwasserschiff auf. Baloo wurde noch poliert und nach 3 Tagen wieder zu Wasser gelassen. Nun warteten wir auf Süd-oder Westwind – und der kam dann auch nach einigen Tagen. Flott, denn wir hatten durchwegs 20Kn aus Süd, segelten wir mit Kurs Halber Wind  240Nm zu den TUAMOTUS, Atoll TOAU war unser Ansteuerungspunkt. Hier bekamen wir von Gaston eine Boje zugewiesen und wurden sofort eingeladen, am Abend ans Ufer in sein „Restaurant“ zu kommen. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Er und seine Frau Valentine servierten uns und anderen Seglern, die auch an Bojen festgemacht hatten, herrliche Fisch-und Langustengerichte. In diesem Atoll, bei Gaston und Valo hielt es uns beinahe 4 Wochen. Unter tags halfen Riitta (Gattin eines finnischen Seglers) und ich in der Küche und am Abend servierten wir unsere zubereiteten Speisen. Die Männer, Gerhard und Pekka, Riittas Mann, verlegten elektrische Leitungen, zimmerten Möbel, reparierten Generatoren und fuhren zwischendurch  mit Gaston fischen.

Doch dann hieß es Abschied nehmen und der fiel uns wirklich nicht leicht. Zusammen mit Pekka und Riitta machten wir noch einen Abstecher in das 82Nm entfernte KAUEHI Atoll, denn hier gab es eine Perlenfarm. Und einige Perlen  wollten wir ja auch noch kaufen. Gesagt, getan. Pekka und Riitta blieben noch auf Kauehi, doch wir brachen dann Mitte September auf nach TAHITI ITI. 280Nm lagen vor uns, keine allzu lange Distanz. Auch der Wind blies aus der richtigen Richtung, nämlich aus Osten und wir wollten nach Südwesten. Am Samstag um 7Uhr00 OZ in der Früh legten wir los und am Montag um 12Uhr OZ mittags fiel in TARAVAO vor der Marina Phaeton unser Anker. In dieser Marina werden wir Baloo die Zyklon Saison (Oktober bis April) über lassen und im Oktober nach Österreich fliegen. Unsere fünf  Monate alte Enkeltochter SOPHIE wartet schon auf uns!!!!!!!