San Blas - Panama,

 

 

Nachdem Olga abgereist war, segelten wir die 5 Meilen zurück zu unserem „Stammankerplatz“, in die COCO BANDEROS. Da wir uns nicht so schnell vom schönen San Blas Archipel trennen wollten, entschieden wir, noch eine weitere Saison hier zu bleiben und erst im Dezember des Jahres 2005 durch den Panamakanal in den Pazifik zu fahren.

                        

 Olga fliegt ab        San Blas                Coco Bandero          Kuna Mäderl

Aber bald mussten wir aus Panama ausreisen um bei einer neuerlichen Einreise ein neues Visum für weitere drei Monate zu bekommen.

Bis Ende Feber blieben wir hier;  dann brachen wir  Richtung Westen auf. Unser Ziel war die Panamarina in der Nähe von Portobelo.

Hier wussten wir Baloo gut geschützt, denn wir wollten einen Monat Nordpanama und Costa Rica  mit Autobussen bereisen.

Am 3. März war es dann soweit, zwei kleine Rucksäcke waren schnell gepackt und morgens um 0600h bestiegen wir den ersten Bus. Gegen Mittag kamen wir in PANAMA  CITY an.

                       

Gleich am nächsten Tag brachte uns ein Taxi zum berühmten Panamakanal. Staunend standen wir auf der Besuchertribüne und beobachteten wie 3 Containerschiffe  durch die Mirafloresschleuse fuhren – sehr beeindruckend!

Der Preis, den ein  Frachter für die Passage des Kanals bezahlen muss, ist durchschnittlich 160 000,- US  und solche Frachter werden einer nach dem anderen, auch in der Nacht,  geschleust. Der Panamakanal ist 64 km lang und hat eine Mindesttiefe von 12 Metern. Der Höhenunterschied ist 26 Meter und die Durchfahrtszeit beträgt 14-15 Stunden. In drei Kammern werden die Schiffe 26 Meter, bis zur Höhe des Gattunsees, gehoben. Alle Schleusenkammern am Kanal haben eine Länge von 305 Metern und eine Breite von 33,5 Metern. In drei weiteren Schleusen werden dann die Schiffe auf die Gezeitenhöhe des Pazifischen Ozeans abgesenkt.

 Befördert werden vom Atlantik zum Pazifik vor allem Erdöl, Steinkohle, Agrarprodukte und Erze, umgekehrt  hauptsächlich Erze, Bananen und Metalle. Gemessen am Warenwert wird ca. 1 Prozent des Welthandels über den Panamakanal abgewickelt. Der Seeweg von New York nach San Francisco wird durch den Panamakanal um über 15 000 km kürzer. Mit dem Bau des Kanals begann  eine französische Gesellschaft im 18. Jhdt. unter der Leitung von Ferdinand Marie de Lesseps (Erbauer des Suezkanals). Lesseps Gesellschaft ging allerdings  Bankrott.

Im Jahre 1903 übernahm die USA das Projekt und beendete den Kanalbau 1914. Während der Bauzeit kamen 22 000 Arbeiter ums Leben. Am 31.12.1999  übergab Amerika  die Kontrolle des Kanals an Panama.

                                

 San Jose               San Jose                Panama City          tanzende "Sandler"  Monte Verde

Am nächsten Tag fuhren wir per Bus in den Norden Panamas. Stundenlang ging es durch herrliche grüne Landstriche und wir konnten uns nicht satt sehen. Spätabends stiegen wir in CHANGUIOLA,  einem Ort an der Atlantikküste aus. Hier wollten wir gar nicht hin, doch das störte uns weiter nicht. Ein netter Einheimischer brachte uns in ein Hotel und führte uns in eine Imbissstube. Gut, dass wir ihn getroffen hatten.

Nachdem wir ausgeschlafen waren und ausgiebig gefrühstückt hatten,  suchten wir uns den richtigen Bus und mit dem ging es dann über die Grenze nach COSTA RICA. Diese Republik ist zum Vergleich mit anderen mittelamerikanischen Staaten politisch stabil. Im Jahre 1949 schaffte  Jose Maria Ferrer („Don Pepe“) die Armee ab und seither bemüht man sich hier um eine „permanente aktive und nicht bewaffnete Neutralität“.

In der Hauptstadt SAN JOSE  suchten wir ein Quartier, denn wir wollten einige Tage hier bleiben. Wir hatten Glück! Ein Taxifahrer brachte uns zu Robertos Backpacker Hotel, nicht weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Roberto war äußerst zuvorkommend, hilfsbereit und Tag und Nacht für seine Gäste da. Hier lernten wir einige interessante, junge Backpacker kennen; die meisten von ihnen waren schon Monate in Mittelamerika unterwegs, auch in Nicaragua und San Salvador: Knut aus Norwegen,  Marko aus Florenz, Franziska aus Stuttgart, Anna und Ina aus Argentinien, Magy aus Texas, Marton aus der Schweiz; und fast alle erzählten nur Positives über die Menschen, denen sie dort begegnet sind. Nach 3 Tagen packten wir wieder unsere Rucksäcke, setzten uns in einen Bus und fuhren gegen Norden in die bekannte Naturschutzregion von MONTEVERDE; in diesem Gebiet befinden sich viele erloschene  Vulkane, doch einige von ihnen rumoren noch von Zeit zu Zeit. Von Monteverde bewegten wir uns weiter nach Südwesten an die Pazifische Küste. Die oft hohen Wellen des Pazifiks sind ein magischer Anziehungspunkt  für Wellenreiter.

Nach einem Monat an Land zog es uns wieder zurück aufs Schiff. COSTA RICA war schön und  interessant, die Menschen dort  sind freundlich und hilfsbereit.

                                

 Segel Kanu             Baloo vor Palmen                 San Blas Archipel                   Abendstimmung

Ende März waren wir wieder „zu Hause“ auf BALOO und nach dem unser Schiff  seeklar war, setzten wir Segel und hielten Kurs auf die SAN BLAS Inseln. Nach 2 Tagen waren wir  in den COCO BANDEROS und hier trafen wir unsere Freunde wieder: Georg und Susi (Wien), Guido  und Silvia (Bayern) , Josef und Maria (Salzburg) , Paul (Schweiz), Roman (Wien), Berny und Ray (Alaska), Yvonne und Berni (Australien), Chris und Magy(USA) und noch einige andere. Ruhige und schöne Tage lagen vor uns. Und jeder Tag begann immer  mit einem gemütlichen Frühstück; Gerhard saß dabei  am Funkgerät  und ich draußen in der Plicht mit einem Rätselheft oder die Morgensonne genießend. Um 1000h machten wir dann meistens den ersten Landgang auf einer der Inseln. Ich „spulte“ meine Inselrunden herab und Gerhard „pumpte“ Liegestütze,  dann wurde geplaudert oder den Kunaindianern beim Fischen zugeschaut.

                               

Chris                    Chilly                   Ancel               mit der Twin Otter macht auch mitfliegen spaß

      

                                         

Tortilla Flat - Wien                         Tienda Eddi

 

                                               

Tanoa - Wien        Seeadler (D)        Grete (D)              2. Österr. HR                 Guidos Geburtstag                Erich Willts               

Ray und Berny

                       

Jeden Freitag kam Tienda (Kaufmann) Eddi aus Nargana, einer Nachbarinsel, und brachte Obst, Gemüse, Bier, Eier, Bananen, Mangos, Brot u.v.m. Unter tags klopften immer wieder Indios an unser Boot und boten uns „pulpos“ (Octobus), Krabben, Fische oder Langusten an. Sie wollten dann meistens kein Geld dafür, sondern Reis, Zucker oder Fleisch in der Dose. Immer wieder offerierten uns deren Frauen ihre kunstvoll bestickten Molas und Elisabeth konnte nie widerstehen, sie musste kaufen: Molas, Molas, Molas……..Viele dieser Menschen sind sehr interessiert und wollten wissen, woher wir kommen und wo dieses Österreich liegt und wie das Wetter in diesem Österreich ist. Wir zeigten ihnen Bilder von unserer schönen Heimat und verwundert betrachteten sie die Fotos, auf denen schneebedeckte Häuser und Berge zu sehen waren.

Seit  Mitte Juni sind wir nun in PORTOBELO und ankern vor der Ruine einer  Seefestung, errichtet von den Spaniern im 16.Jhdt. Auch Christoph Columbus ankerte einstmals hier. Später wurde Portobelo vom Englischen Piraten und Spanierhasser Francis Drake niedergebrannt. Auch der Pirat Henry Morgan trieb hier sein Unwesen und plünderte gewaltig. Eigenartigerweise wurden später beide Piraten zum Ritter geschlagen und durften sich „Sir“ nennen.

Die Menschen hier im Osten Panamas sind meist dunkelhäutig und Nachkommen von  Sklaven aus Afrika. Sie begegnen uns freundlich, sind immer bereit zu helfen  - und sie lachen gerne.

Ende Juni legten wir Baloo abermals in die Panamarina und wir reisten nach Österreich. Hier werden wir bis Ende August 2005 bleiben und dann wieder auf unser Boot zurückkehren.

 

Segelschiffe

Joachim Ringelnatz

 

Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch

Und über sich Wolken und Sterne.

Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch

Mit Herrenblick in die Ferne.

 

Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand

Wie trunkene Schmetterlinge.

Aber sie tragen von Land zu Land

Fürsorglich wertvolle Dinge.

 

Wie das im Winde liegt und sich wiegt,

Tauwebüberspannt durch die Wogen,

Da ist die Kunst, die friedlich siegt,

Und ihr Fleiß ist nicht verlogen.

 

Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt

Natur gewordene Planken

Sind Segelschiffe

Ihr Anblick erhellt

Und weitet unsere Gedanken.