Panama-Galapagos!

 

 

Einige Tage, nach der Panamakanal Durchfahrt gingen wir Anker auf , denn wir wollten Weihnachten in Contadora, einer nahe gelegenen Insel im Golf von Panama feiern. Leider war sehr wenig Wind und wir mussten motoren. Nach drei Stunden kamen eigenartige Geräusche vom Getriebe und wir mussten nach Panama City zurücksegeln und wie am Neusiedlersee unter Segel ein Ankermanöver fahren. Als ich das Getriebe ausgebaut hatte, musste ich feststellen, dass die Vielfachverzahnung auf der Antriebswelle, nach nur 2700 Motorstunden, total abgenutzt war und sich in der Innenverzahnung, des auf der Kurbelwelle montierten Flansch, selbst mit der Hand durchdrehen ließ. Der sehr hilfsbereite Volvo Penta Vertreter in Panama City wunderte sich, gemeinsam mit uns, über die mehr als stolzen Preise, die Volvo für eine simple Getriebeantriebswelle verlangt. Nämlich stolze 950,- US Dollar, plus Steuer. Ein neues Getriebe sollte unglaubliche 5000,- Dollar kosten. Jetzt war guter Rat teuer! Wir entschlossen uns letztendlich für eine Notreparatur und ließen die Welle und den Flansch in einem Maschinenbaubetrieb auftragschweissen und eine neue Verzahnung einfräsen. Gleichzeitig suchten wir im Internet nach einem gebrauchten Getriebe, das wir nach langem Suchen in Deutschland fanden. Der Transport wurde organisiert und einige Tage später holten wir das Getriebe vom Flughafen ab. Noch am selben Tag habe ich es eingebaut und getestet – es schien zu funktionieren.

Mittlerweile war es schon Ende Jänner und für die Reise nach Ecuador  sehr  spät. Wir entschieden direkt ueber die Las Perlas Inselns nach Galapagos zu segeln. Vor der Abreise füllten wir aber Baloos Bauch noch mit jeder Menge Lebensmitteln für die weite Reise über den Pazifik. Baloos Wasserlinie tauchte täglich tiefer. Am 16.Feber war es dann soweit, wir segelten nach Contadora. Hier besuchten wir Günther, einem Funkamateur, der seit Jahren das Pazifik Island Net auf 14135KHz um 0000h UTC betreibt. Täglich melden sich einige, meist deutschsprachige, Yachten aus dem gesamten Pazifik und Günther ist stets mit Rat und Tat zur Stelle und hilft wo er nur kann. Vor mehr als 20 Jahren besuchte Günther und seine Frau Susanne im Zuge einer Geschäftsreise die Insel Contadora. Zufällig war ein Haus zum Verkauf angeboten und Günther kaufte es, benutzte es vorerst als Urlaubsdomizil und später als Hauptwohnsitz.

 

Eine Woche später segelten wir weiter und besuchten Dieter und Gerda, zwei deutsche Aussteiger, auf der Insel San Jose. Dieter und Gerda kamen auch vor mehr als 20 Jahren mit ihrem Segelboot hier an und weil es ihnen so gut gefiel blieben sie bis heute. Die beiden haben eine Obst und Gemüseplantage aufgebaut und  ihr kleines Paradies gefunden.

 

Am 24.02.06., 1600h Ortszeit fiel Baloos Anker in der Wreck Bay, auf der Insel San Cristobal im Galapagos Archipel. Die Reise von San Jose hierher, war sehr abwechslungsreich. Die ersten beiden Segeltage hatten wir sehr starken Nordwind und Baloo "flog" nur so dahin. (Etmale 170 und 160NM) Ab dem dritten und vierten Segeltag ließ der Wind, wie auch im Wetterbericht vorhergesagt, immer mehr nach und wir mussten ein paar Stunden motoren. Die letzten beiden Tage glänzte der Wind durch Abwesenheit und die See war glatt wie ein Spiegel. Wir motorten  mit dieselsparenden Drehzahlen bis San Cristobal. Ungefähr auf halber Strecke waren auf einmal mind. 40 Pottwalwale rund um uns und versuchten pfeifend und singend mit Baloo Kontakt aufzunehmen. Als dieser nicht "antwortete", zogen sie gemächlich weiter. Jedes der Tiere war ungefähr 5-7Meter lang. Elisabeth meinte immer: Jetzt hole ich aber die Kamera, jetzt hole ich aber die Kamera. Vor lauter Staunen konnten wir uns aber von diesem Anblick nicht losreißen und daher gibt es leider keine Walfotos. Die gesamte Strecke hatten wir unter tags eine Schleppangel draußen, aber ohne Erfolg. Am vierten Tag jammerten wir wieder, weil alle anderen Segler die köstlichsten Fische fangen, wir aber nicht. Wir vermuteten, dass es eventuell am ständig eingeschalteten Tiefenmesser liegen könnte und schalteten ihn aus. Zwei Stunden später surrte die Angelrolle und 100 Meter hinter dem Boot zischte das Wasser. Die Leine riss und ein 2 Meter langer Marlin suchte auf seiner Schwanzflosse dahinjagend das Weite. Tags darauf waren wir noch immer unter Motor und fingen einen 50cm langen Thunfisch und eine 70cm lange Goldmakrele. Nachdem wir in San Cristobal in der Wreck Bay geankert hatten, kamen sofort Seelöwen vorbei und hießen uns mit ihrem "ULK, ULK, ULK" willkommen. Später haben wir beim Hafenkapitän einklariert, wir dürfen 21Tage bleiben. Mit einem Taxi haben wir die Insel erkundet und die hier lebenden Riesenschildkröten bewundert. Manche von ihnen sollen 200 Jahre alt sein. Auch die Seeiguanas sind wirklich sehenswert. Alle hier lebenden Tiere sind nicht so scheu, wie man es sonst gewohnt ist.  Langeweile kommt hier nie auf. Wenn man im Cockpit sitz fliegen ständig interessante Vögel an einem vorbei und die Seelöwen, diese sympathischen Tiere, flitzen rund ums Boot und jagen den Fischen nach. Wenn man ihnen zuruft schauen sie einem an, verweilen, und schwimmen munter weiter. Die Bullen sind dauernd hinter irgendeinem Weibchen her und zeigen sich von ihrer besten Seite.

Einige Boote sind schon auf dem Weg zu den Marquesas, haben aber bis auf 05° Süd sehr wenig Wind. Wir wollen noch die Insel Isabella besuchen und so gegen ende März Segel für die Marquesas setzen. Hoffentlich weht dann der Passat  schon weiter nördlich.

                                              

Uroma                 Condatora Günther und seine Funkanlage                 Goldmakrelen

                               

Sonnenuntergang        Siesta             Prost, Mahlzeit       Prachtkerl              Pinguine

                               

Panama adiau       Einen Fisch bitte!      Hermanos                Flaute           Elisabeth mit Iguan

                               

Bin ich schön!!!        Amore mio         Abendstimmung        Vorm Wind       Strassenbezeichnng