Ein Jahr Langkawi - Phuket!

 

 

Nun ist bereits Feber 2010 und wir blicken auf mehr als ein Jahr Aufenthalt an der Westküste Malaysias und Thailands zurück. Für uns war es ein arbeitsreiches, doch auch ein sehr schönes Jahr.

Aber der Reihe nach: Auf Langkawi(N06° 18,12  E099°  50,97) waren wir schon 2001 einmal auf dem Boot eines Freundes,  doch nur kurz, daher wollten wir diese schöne Insel nun genauer erkunden. In einem Mietauto begaben wir uns vorerst  in den Hauptort von Langkawi----nach  KUAH.

Langkawi  ist eine „stille“Insel: Nachtleben, Bars und Beach Partys gibt es hier, anders als im nahen Phuket, nur selten, jedoch findet der Segler  einsame Strände und-----Natur pur. Auf unseren Erkundungsfahrten durch die tropischen Wälder  kam es oft vor, dass wir wegen Affen oder Warane  stoppen oder ausweichen mussten.

14 Tage später verabschiedeten wir uns von unseren amerikanischen Freunden Barbara und Cori und legten Kurs nach Phuket. 120Nm lagen vor uns, die wir bei gutem Wind aus Ost in 4 Tagesetappen gemütlich bewältigten.

Nachdem wir in der CHALONG BAY(N07°  49,2  E098°  21,4) auf Phuket einklariert hatten, segelten wir in die nächste Bucht und ließen dort den Anker fallen. Diese Bucht—NAI HARN Bay (N07°  46,5  E098°  18,0)—wurde vorerst unser Stammankerplatz.

Zirka 70 Segelboote lagen da  vor Anker, denn von hier aus segelten viele von ihnen  Mitte  Jänner weiter nach Westen: Indischer Ozean, Rotes Meer, Mittelmeer.

Wir aber wollten diese Segelstrecke erst 2010 machen, da unser Schiff ein neues Teakdeck braucht sowie neue Wanten,  Stagen und viele Kleinigkeiten.  Dies wollten wir auf Phuket in der Marina Boat Lagoon machen lassen.

Am Montag, den 16.03. bei Hochwasser, konnten wir in die Marina motoren und um 15:00h stand Baloo bereits dampfgestrahlt und überdacht an Land, genau vor unserer Teakdecktischlerei. Frau Nai, die Chefin, begrüßte uns und wir besprachen noch letzte Details mit ihr. Dann ging es los. Das alte Teakdeck war an einem Tag demontiert und alle Löcher und Ritzen verspachtelt. Schon am Tag darauf begannen die Männer mit dem Verlegen des neuen Teakholzes. Von nun an wurde jeden Tag, manchmal auch sonntags, gebohrt, gehämmert, gesägt, gestemmt, geschliffen, geklebt, gefeilt, Staub gesaugt  und nach 5 Wochen,  ca. 1000 Arbeitsstunden später,  war alles fertig und------ wunderschön.

Dann wurde es spannend, denn der Vorarbeiter machte die „Wasserprobe“. Für kurze Zeit war es ganz still auf dem Boot und man hörte nur das Rauschen des Wassers, das sich aus einem dicken Schlauch auf das neue Teakdeck ergoss. Alles war dicht und wir atmeten erleichtert  auf, auch die Tischler, die wirklich  gute Arbeit geleistet hatten. Wir wussten das sehr zu schätzen!

Ning und deren Mann Yoon, die wir durch Segelfreunde kannten, machten die Lackarbeiten und das neue Antifouling am Unterwasserschiff.

Das stehende Gut wurde bei Rolly Tasker, einem Segelmacher der jährlich tausende Segel näht und auch eine Riggerei betreibt, erneuert.

Nachdem Baloos Mast wieder stand und er wieder im Wasser war, checkte Mike, ein  Mechaniker unseren Volvo Penta 2003T. Er stellte fest, dass die Kompression bei allen 3 Zylindern niedrig war und meinte, dass zu 90% die Kolbenringe defekt wären. Daraufhin beschlossen wir, dies, aus Kostengründen, nicht in der Marina Boat Lagoon reparieren zu lassen, sondern auf Langkawi-Malaysia.

Ende Juni, an einem Samstag, segelten wir die Nacht durch und legten uns mit unserem Boot in die Marina Telaga Harbour Park. Hier hatten wir Glück; in der Russenbar, einem Seglertreff,  begegneten  wir Henry, einem  kanadischen Einhandsegler und---  guten Mechaniker.  Den  Motor  hat Gerhard im Boot gestrippt und den Motorblock mit der Großschot-Talje  ausgebaut. Die Zylinderwände wiesen Riffen  auf und die Kolbenringe waren verschlissen.  Auf Langkawi  gibt es keinen Motor-Instandsetzungsbetrieb, der den alten Motorblock auf Übermaß schleifen könnte, daher entschieden wir uns, einen Ersatzmotor – gleiches  Modell wie der alte, den wir in Eisenstadt als Ersatzteilträger gelagert hatten, per Seefracht nach Langkawi  bringen zu lassen.

Gerhards Bruder Karl zimmerte eine Transportbox und  verpackte den Motor  fachmännisch. Sein anderer Bruder Peter organisierte den Transport und bald war Baloos Ersatzmotor unterwegs.

 Nach zweieinhalb Monaten  hatten wir den Motor dann in der Marina Telaga. Gerhard und ich machten uns nun daran, den Ersatzmotor einzubauen. Dies gelang ohne größere  Schwierigkeiten . Gemeinsam montierten wir alle Zusatzaggregate, füllten das Motoröl  und das Kühlwasser ein, kontrollierten  noch einmal alles und  starteten. Es dauerte eine Weile, aber dann lief er.  Leider hatte auch  dieser Motor  offenbar ein ähnliches Problem wie der alte Motor, denn  im Kurbelgehäuse herrschte Überdruck - ein sicheres Zeichen,  dass die Kompression in den Zylindern zu gering  war.

Also bauten wir den Motor wieder aus, zerlegten ihn gemeinsam mit Henry und stellten fest, dass die Zylinderwände glasiert waren.  Glasierungen  an Zylinderwänden von Dieselmotoren findet man, wenn diese über längere Zeit unter geringer  Belastung  betrieben wurden. Bei Segelbootantrieben ist dies öfter der Fall, wenn der Motor hauptsächlich nur zum Laden der Bordbatterien verwendet  wird.

Wir bestellten die entsprechenden Ersatzteile und besorgten ein Werkzeug, um die Zylinderwände zu honen. Zwei Wochen später, nachdem die Ersatzteile da waren,  gingen Henry und Gerhard ans Werk,  honten die Zylinderwände, bauten neue Kolbenringe, Haupt-und Pleuellager ein und bauten den Motor erneut ins Boot ein. Seither läuft er einwandfrei und ist Leistungsstark wie ehedem.

Inzwischen sind wir wieder auf Phuket.  Besuche aus Eisenstadt brachten uns eine schöne Abwechslung. Freunde, Geschwister und unser Sohn Oliver besuchten uns. Oliver kam mit seiner Familie und überall, wo wir hinkamen, wurden unsere Enkelkinder Sophie, sie ist 3 Jahre alt und Leonie, die Einjährige, wegen ihrer blonden Haare und ihrer blauen Augen von den Thais bestaunt, liebkost und herumgetragen.

Für uns fiel dann im Dezember 2009 eine wichtige Entscheidung: Wir werden die Heimreise nach Österreich vorläufig nicht mit unserem Schiff durch den Indischen Ozean, den Golf von Aden und das Mittelmeer machen.

Der Grund dafür ist die gefährliche Piratensituation im Golf von Aden, .

Wir werden Baloo Ende Juli 2010 auf Langkawi in eine Marina legen und nach 7 Jahren Segeln mit dem Flugzeug heimkommen. Bis dahin stehen uns noch einige Monate Segeln entlang der Westküste Malaysias, Thailands und den vorgelagerten Inseln bevor.

Gerhard wird ab dem kommenden Schuljahr wieder als Werkstättenlehrer  arbeiten und in den Ferien wollen wir mit unserem Baloo in SO-Asien unterwegs sein.