Die Karibik Teil3

---> Venezuela

Mittwoch 19.5.2004

Baloo lag nun schon seit ein paar Tagen in der Rodney Bay-Lagoon auf St. Lucia und wir warteten auf John. Auf dem Weg von Dominica nach St. Lucia brach ihm bei 30 Knoten Wind und 3Meter Welle das Vorstag.  John hatte auf dem wild tanzenden Schiff alle Hände voll zu tun, um das Vorsegel mitsamt der Rollanlage aus dem Wasser zu ziehen. Gott sei Dank ist auf SY.Nirvana auch noch ein Kutterstag geriggt, sonst wäre auch der Mast heruntergekommen. Am Abend kam John dann  in die Rodney Bay. Nirvanas Mast war jetzt mit extra Leinen und Fallen gesichert und so konnte er hierher segeln. In den nächsten Tagen kam keine Langeweile auf, weil wir gemeinsam die Reparaturarbeiten durchführten. Die erforderlichen Ersatzteile kamen aus den USA, wo die Firma Selden, ein schwedischer Mastenerzeuger, ein Lager hat. Bald, nachdem die Ersatzteile eingetroffen waren, hatten wir alles repariert und  Nirvana  war wieder seeklar.

Nun gönnten wir uns einen Tag Pause und machten mit einem Kleinbus eine Inselrundfahrt, um die Schönheit St.Lucias zu genießen.

Am darauf folgenden Tag gingen wir Anker auf und segelten die Küste entlang, um vor den Pitons, zwei steil aufragenden Bergen, für eine Nacht an einer Boje festzumachen. 

Zeitig in der Früh brachen wir auf und segelten im frischen Passat nach Süden. Zwischen den Inseln macht das Segeln hier wirklich Spaß; knackiges Hochseesegeln! Es baut sich am weiten Atlantik eine lange Welle auf, so dass wir Segler ideale Bedingungen vorfinden. Immer wenn Nirvana und Baloo gemeinsam unterwegs sind, ist Regattasegeln angesagt; beide Schiffe sind 35Fuss lang und gleich schnell. Nach 56 gesegelten Meilen kamen wir dann auch gleichzeitig in Bequia an und  ließen die Anker in der Admirality Bay fallen. Bequia gehört zum Inselstaat „St. Vincent and the Grenadines“ und so mussten wir erneut einklarieren.

Hier auf Bequia ging es sehr relaxt zu, und es kam richtige Urlaubsstimmung auf. Es war immer irgendwo etwas los, sei es ein Jazz-Nachmitag oder ein Fest auf irgendeinem Schiff.

                               

Abendstimmung     Allamanda            Gegenlicht             Brandung             Elis hat beim Holzsammeln eine Schlange getroffen

       

Endlich kein Fisch    flüssiges Brot

 

 

Da wir aber weiter nach Süden wollten, blieben wir nur ein paar Tage hier. Bei dem Schlag nach Union Island kam wieder Regattafieber auf, aber diesmal war John ein bisschen schneller. Er passierte vor uns eine Riffdurchfahrt und erzählte uns über Funk von einem Barrakuda, den er soeben gefangen hatte. Daraufhin  kontrollierten auch wir unsere Schleppangel und siehe da, auch bei uns hing so ein 70 cm langer Bursche daran. Als wir dann in Clifton, auf Union Island neben Nirvana ankerten, gab es am Abend gegrillte Barrakudafilets mit Weißwein -Sauce bis zum Abwinken. Der in Bequia gebunkerte Chablis passte gut dazu und war auch ein geeignetes Getränk, um den schönen Tag gebührend abzuschließen. In Clifton blieben wir nur einen Tag.

 Am Morgen setzten wir Segel für Grenada und ein weiterer herrlicher Segeltag war uns beschert. Unterwegs gab es wieder „Fischalarm“, aber diesmal hat sich der Fisch beim Einholen losgerissen und das Weite gesucht – gut für ihn. Nirvana und Baloo liefen am Abend „gleichzeitig“ in die Prickly Bay ein. Es ist wirklich erstaunlich, dass zwei Segelboote auf ein zehntel Knoten gleich schnell sind.

Hier in der Prickly Bay gab es ein großes „Hallo“, denn Barbara und Wolfgang von der „SY.Momo“ erwarteten uns bereits mit einem gut gekühlten Sundowner. Die gesamte Bucht war voll mit Schiffen. Einige Eigner ließen ihre Yacht die Hurrikansaison über hier in der Spicy Island Marina an Land liegen, andere waren auf dem Sprung nach Trinidad oder so wie wir, nach Venezuela.

 

                               

Iles des Saintes    Grundstellung        Indian River        Karibikidyle         Pitons

 

 

 Nach einigen Tagen nahmen wir wehmütig von den kleinen Antillen Abschied und segelten am Abend des 11.6.04. aus der Bucht in Richtung Los Testigos; einer zu Venezuela gehörende Inselgruppe. Gemeinsam mit drei anderen Booten segelten wir durch die Nacht und hatten ständig Sichtkontakt mit ihnen. Diese Gegend ist nicht ganz ungefährlich. Es wird öfter auf einem eigenen „Safety and Security Net“ von Überfällen auf Yachten berichtet. Wir kamen aber am nächsten Morgen wohlbehalten auf den Islas Los Testigos an und ankerten in einer Bucht mit fast kitschigem Karibikambiente. Hier konnten wir eines nachts am Strand eine zwei Meter lange Wasserschildkröte bei der Eiablage beobachten; fast wie im Film! Die Aufenthaltsgenehmigung, die man hier bekommt, lief leider schon nach fünf Tagen ab und unsere kleine Flotte zog weiter nach Isla Margarita, eine dem venezulanischen Festland vorgelagerte Insel. Das Besondere an Isla Margarita ist ihr Duty Free- Status. Die Venezulaner kommen mit der Fähre herüber und kaufen ein was das Zeug hält. Wir waren zunächst von dem starken Kontrast gegenüber den Testigos geschockt; dort nichts als pure Natur, hier ein riesiger Einkaufspalast nach dem anderen.

 Um uns mit Bargeld zu versorgen, suchten wir in der Stadt bald einen Bankomat auf. John steckte seine Kreditkarte hinein, aber er funktionierte offenbar nicht. Sogleich waren aber zwei vermeintlich sehr nette, hilfsbereite, junge Leute zur Stelle, die John bei seiner Transaktion behilflich waren. Leider stellte sich dann zwei Stunden später im Internetcafe heraus, dass die beiden jungen Leute Betrüger waren und gerade Johns Konto plünderten. John setzte sich sofort mit seiner Bank inVerbindung und diese hat nach längeren Verhandlungen, Gott sei Dank, alles rückerstattet; insgesamt waren auf seinem Kontoauszug 62 Abbuchungen verzeichnet.

 Mit einem Leihwagen haben wir am nächsten Tag die Insel erkundet und waren überrascht, als wir am Abend an der Tankstelle für 26 Liter Superbenzin,  umgerechnet, nur einen US-Dollar bezahlen mussten.

 

                               

Renault Espace     Seglervolk            Supermarkt          SY-Momo(Reike11)  SY-Nirvana(Baba35)

 

 

 Unser nächstes Ziel war nun Puerto la Cruz am venezolanischen Festland. Die dorthin führende Segelroute geht nahe an der Insel Cubagua vorbei, wo wir zum Übernachten ankerten. Je weiter wir uns dem südamerikanischen Kontinent näherten, desto heißer wurde es und der Wind blieb bald ganz weg. So waren wir froh, als wir am Abend in die Marina „Bahia Redonda“ nahe Puerto la Cruz einliefen und den, einige Wochen vorher bestellten Liegeplatz, belegten. Diese „Fünf - Sterne - Marina“ war bis auf den letzten Platz belegt und einige Schiffe waren sogar auf der Warteliste.

Hier liegt nun Baloo sicher vertäut und wir sind mit vielen Überholungs -und Wartungsarbeiten  beschäftigt. Die späten Nachmittage aber verbringen wir meistens Caipirinja – schlürfend am schönen Swimmingpool. Caipirinjas sind Coctails, die aus Limonensaft, Zucker, Rum und Eis hergestellt werden. Sie machen schnell schwindelig und schmecken ähnlich wie Zitronenlimonade-- nur viel, viel besser!

 

                       

Müde Wanderer    Würstelstand        Blüten                Gerh. drückt der San-Hi a Gschichtl

 

 

  Bald werden wir für ein paar Wochen nach Österreich reisen, und wir freuen uns schon sehr auf die vielen Freunde, die wir dort treffen wollen.