Die Karibik Teil2

Nachdem Susi und Oliver den Heimflug angetreten hatten, machten wir uns daran, den Watermaker einzubauen. Nach zwei Tagen war alles fertig und wir können nun aus Meerwasser Trinkwasser produzieren und zwar 6Liter pro Stunde. Der Stromverbrauch beträgt dabei 4Amperestunden. Dieses gute Gerät bestellten wir per E-Mail in den USA, hatten es bereits nach drei Tagen an Bord und zahlten auf Grund des niedrigen Dollarkurses um ein Drittel weniger als in Europa.

Am nächsten Tag, es war Dienstag, 3. Feber, lichteten wir den Anker und segelten bei schwachem Ostwind nach Carriacou in die Tyrrel Bay. Hier lag Georg, ein Deutscher, mit seiner Shark24 vor Anker. Die Shark24 trifft man häufig am Neusiedlersee an. Sie hat eine Länge von etwas mehr als sieben Metern. Georg war mit diesem Schiffchen einen Tag vor uns von La Gomera (Kanarische Inseln) abgesegelt und hat, wie wir nun sahen den Atlantik ohne Probleme, gemeinsam mit seiner Freundin in nur 30 Tagen überquert und ist dann sicher in Barbados gelandet- unglaublich!

 

                                

Baloo unter            Strand                Regenbogen            Watermaker        Yacht

Segel

 

               

Schöne Yachten

 

 

Nach einigen Tagen war die Insel St.Vincent unser Ziel. Ein kräftiger Ostwind bescherte uns einen herrlichen Segeltag und nach 38 Seemeilen fiel in der Bucht vor Young Island unser Anker. St. Vincent, auch Edelstein der Antillen genannt, hat herrliche Badebuchten. Nachkommen der aus Afrika eingeführten Sklaven (zwei Drittel der Bevölkerung), Mulatten und Inder leben hier. Wir verbrachten eine Woche auf dieser schönen Insel. Dann wollten wir endlich wieder unsere Freunde Bob und Carol treffen, die auf St.Lucia waren. Zeitig in der Früh setzten wir Segel; unser Ziel war Vieux Fort im Süden von St.Lucia. Zwischen St.Vincent und St.Lucia wehte kräftiger Ostwind und ein starker Schwell ließ so manche Welle ins Cockpit schwappen. Nach einigen Stunden konnten wir die „Pitons“, zwei hohe Vulkankegel, erkennen. Sie werden als Wahrzeichen der Karibik schlechthin angesehen. Nach 50 nassen Meilen fiel Baloos Anker neben Star Cruiser ins Wasser. Carol arbeitete hier für einen Monat bei einem ihr befreundeten Arzt in einer Augenklinik. Dieser amerikanische Arzt behandelt hier seit 30 Jahren, für zwei Monate pro Jahr unentgeltlich sehbehinderte Patienten.

Vier Tage hielt es uns hier und wir verbrachten mit Bob und Carol viele schöne Stunden. Unser nächster Ankerplatz war eine der romantischsten Buchten dieser Insel, die Marigot Bay. Hier hat man 1966 Teile des Films „Dr. Doolittle“ gedreht. Kaum hatten wir das Boot klariert, sahen wir John mit seiner Nirvana und Martin auf Anima in die Bucht einfahren. John kennen wir seit Madeira und Martin, einen jungen Wiener trafen wir das erste Mal auf Grenada. Martin hat ein Jahr Zeit und macht eine Atlantikrundreise. Bei einem kühlen Bier wurde dann viel erzählt. Tags darauf segelten wir gemeinsam in die Rodnay Bay, einer großen, geschützten Bucht im Norden St.Lucias. Hier hielt es uns nicht lange; wir wollten weiter nach Norden – Martinique hieß unser nächstes Ziel und wir hatten gutes Segelwetter dorthin. Es war Rosenmontag und wir ankerten vor der Hauptstadt Fort de France. Schnell klarierten wir das Schiff und mischten uns unter die Schaulustigen. In der Stadt war gerade ein bunter Karnevalsumzug im Gange. Auch am Faschingdienstag herrschte buntes Treiben.  Selbst am Aschermittwoch gab es Umzüge; die vorherrschenden Farben waren jedoch Schwarz und Weiß. Es ist fast nicht zu glauben, was an diesen Tagen hier los war – und wir mittendrin!

 

                               

Antigua                English Habour       Falmouth Habour    Fasching            Martins "Anima"

               

 Mt.Pelee                Party auf Baloo    Jane, die jüngste Seglerin in English Habour

 

 

In der schönen Ankerbucht St.Pierres an der Westküste Martiniques trafen wir uns wieder mit Bob und Carol. Vor uns ragte der 1397 Meter hohe, erloschene Vulkan Mount Pelee auf. Im Jahre 1902 war er das letzte Mal aktiv und dabei starben innerhalb von drei Minuten 30 000 Menschen. Nur ein Mann in der Gefängniszelle des Ortes überlebte.

Gemeinsam mit Star Cruiser segelten wir dann schnell weiter nach Norden. Wir übernachteten einmal vor der Insel Dominica in der „Prince Rupert Bay“. Tags darauf ging es weiter nach Guadeloupe, wo wir vor dem Ort Deshaies ankerten. Die letzten 40 Meilen nach Antigua waren  sehr schön zu segeln. Wir hatten steten Ostwind mit 15 Knoten, ruhige See und Sonnenschein. Um 1500h kamen wir in English Habour an. Diese Bucht war eine der bedeutendsten englischen Flottenstützpunkte im 17. und 18. Jahrhundert. Admiral Nelson agierte hier im Jahre 1784  mit seinem Leeward Islands Squadron! Zu dieser Zeit war er allerdings noch  kein Admiral.

Antigua sollte für uns die nördlichste Insel der Karibik sein, die wir besuchen wollten. Jeden Abend saßen wir auf einem anderen Boot mit  Segelfreunden zusammen, tauschten Erfahrungen aus und lachten sehr viel.

Doch dann kam der Tag, an dem wir von Bob und Carol für lange Zeit Abschied nehmen mussten. Seit Anfang August waren wir mit ihnen nun schon unterwegs und der Abschied tat weh. Bob und Carols Weltumsegelung ging zu Ende; sie mussten heim nach Florida, um zu arbeiten. Als Star Cruiser aus der Bucht segelte, spielte Tom, ein Schotte, auf dem Dudelsack und uns standen die Tränen in den Augen.

Wir wollen nun langsam nach Süden segeln und werden am 15. Mai in Union Island, John treffen und gemeinsam nach Tobago und Trinidad segeln.

 

                               

Party-Sol Mates    Pitons                    Skipper Gerh.    Starke Elis.            Starke Segler vor Nelson Dockyard

               

Antiqua                Young Island Cut      Traumketch