Die Karibik!

Weihnachten in der KARIBIK, denn der nächste Tag war der 24.Dez., der Hl. Abend. Auf unserem Gabentisch stand ein kleiner Kunststoffchristbaum aus San Sebastian, eine Kerze  brannte und kleine Aufmerksamkeiten für jeden lagen rund um das kleine Bäumchen. Recht andächtig sangen wir einige Weihnachtslieder und mir wurde für kurze Zeit etwas wehmütig ums Herz. Aber das verging schnell und wir verlebten einen schönen Abend. Bauke erzählte von seiner großen Familie aus Holland und auch wir wussten dieses und jenes von unseren Familien und Bekannten zu berichten.

           

Steel-Band                      Kinder

Der Christtag war dann der eigentliche Festtag hier auf Grenada. Die  Arbeit ruhte und auf der ganzen Insel wurde laut und mit viel Alkohol Weihnachten gefeiert. Richard hatte ein Auto gemietet und auf unserer Fahrt über die Insel erlebten wir überall laute, feiernde Einheimische. Steelbands spielten und alles war auf den Straßen unterwegs.

           

Richard                           Markt           

Die Menschen leben hier an der Straße, teilweise sehr einfach und in Armut - vor allem im Landesinneren. Die Insel ist wunderschön grün und tropische Pflanzen wachsen hier überall.

                                               

Blume                          Brotfrucht                   Hibiskus                     Kaktus

Die nächsten Tage waren für uns dann sehr beschaulich. Nun kamen die Nachwirkungen der langen Überfahrt heraus. Unsere Hauptbeschäftigungen waren Schlafen, Lesen und kurze Besuche bei anderen Fahrtenseglern auf deren Booten.

Erst am 08. Jänner, es war ein Donnerstag, lichteten wir den Anker und verließen gemeinsam mit Star Cruiser (Bob und Carol) und Sea Wolf (Bauke) die Prickly Bay. Wir wollten zur nächsten Insel, Curriacao. Da wir abends einen Fisch essen wollten, legte ich die Schleppangel aus. Nach relativ kurzer Zeit krachte es und unser Melder (Nylonsackerl), war abgerissen. Ein Fisch!!!!! Handschuhe anziehen, Leine reinholen; es war jedoch kein Fisch dran, sondern die Leine war abgerissen - alles war weg! Gleich darauf rief uns Carol über Funk und erklärte uns, dass sie in ihrer Schraube wahrscheinlich den Köder unserer Leine hätten, denn die Drehzahl ihres Motors hätte sich plötzlich merklich verringert. Star Cruiser war unser großer Fisch! Bob und Carol mussten Segel setzen, nach Prickly Bay zurücksegeln und die Leine aus der Schraube holen. Uns tat das natürlich sehr leid.

           

Liesl am Steuer           Star Cruiser

 

Nach 36NM fiel in der Tyrell Bay auf Curriacao der Anker. Wir lagen in einer Traumbucht: glasklares, grünlich schimmerndes Wasser,  in dem sich wunderschöne, bunte Fische tummelten. Zusammen mit Bauke machten wir einen kurzen Landgang und erfrischten uns in der Old Rum Bar. Natürlich tranken wir einen Rumpunch, was sonst!?!

                                                

Old Rum Bar                                     

Herrlicher Sonnenschein weckte uns am nächsten Morgen und sofort nach dem Frühstück machte sich Gerhard für seinen ersten Tauchgang in der Karibik fertig. Pünktlich um 10 Uhr vormittags wurde er dann auch abgeholt und um 12 Uhr mittags kam er freudestrahlend zurück. Alles was das Meer zu bieten hat, hatte er gesehen. Er war auf 25 Meter Tiefe und begegnete Barrakudas, Ammenhaien, Schildkröten, Muränen und vielen tropischen, sehr bunten Fischen. Den Abend verbrachten wir dann in einer kleinen Bar am Strand zusammen mit anderen Fahrtenseglern. Um ca.19.30 Uhr begann eine Steelband (2 Mann) zu spielen und bescherte uns Karibikmusik vom besten.

Alles war begeistert und der Applaus wollte nicht enden. Spät war es, als wir mit dem Dingi zu unserem Baloo fuhren. Am nächsten Tag mussten wir von Bauke Abschied nehmen.  Er segelte weiter nach St.Lucia und wir mussten zurück nach Grenada, denn am  16.01.04 erwarteten wir Gerhards Sohn Oliver und seine Frau Susi. 

                       

      Bauke

 

Wieder in der Prickly Bay hieß es Boot putzen, kleinere Arbeiten verrichten, ins Internetcafe gehen und Einkäufe tätigen. Und endlich war dann der Freitag,16.01. da, an dem sie kommen sollten. Ich war natürlich etwas nervös und freute mich schon riesig auf ihr Kommen. Beinahe pünktlich landeten Oliver und Susi mit der Jamaika - Air auf dem kleinen Flughafen von Grenada. Sie kamen über New York und hatten einen guten Flug. Groß war die Wiedersehensfreude nach 6 Monaten, und wir saßen bis spät in den Abend in der Plicht und ließen uns berichten was es zu Hause Neues gibt und wie es ihnen bisher ergangen ist.

                       

Susi & Oliver                   Baloo                  Liesl mit Pfeiffer`l

Da die Wettervorhersage gut war, motorten wir am nächsten Tag zeitig in der Früh gen Norden, denn wir wollten Oliver und Susi die schönen Plätze, die wir bisher gesehen hatten so schnell wie möglich zeigen. Auch Bob und Carol machten sich auf den Weg und wir trafen uns dann mit ihnen in der Tyrell Bay auf Curriacao. und noch ein guter, alter Bekannter lag mit seinem Schiff in dieser herrlichen Bucht, nämlich John! Nun waren wir wieder alle beisammen!

                                   

Tyrell Bay                  Parkplatznot         Oli, Susi, Gerhard,                John

                                                                 Bob und Carol

Am Morgen, des nächsten Tages bot uns ein Einheimischer einen Lobster zum Kauf an. Nach längerem Hin -und Her hatten wir uns preislich geeinigt und dieses Riesentier an Bord, doch keinen so großen Topf, um ihn zubereiten zu können. Gerhard wusste eine Lösung. Er rauschte mit dem Dingi zu Star Cruiser und Carol borgte uns ihren. Kurze Lagebesprechung bezüglich Zubereitung und dann ging es los. Das Ergebnis - Lobster, thailändisch schmeckte hervorragend, zubereitet von Kapitän Gerhard und serviert von mir, dem First Officer!!

                       

          

Am nächsten Morgen bewegten wir uns gemächlich weiter zur nahe gelegenen Insel Union Island. Da guter Ostwind blies, setzten wir sofort die Fock und los ging es. Das machte richtig Spaß. Bei der Einfahrt in die Ankerbucht von Cliften hieß es genau navigieren; Riffe, überall Riffe. Ein Einheimischer, namens Skeeper vermietete uns eine Mooring, zusätzlich legten wir noch unseren Anker und so lagen wir gut und sicher.

                       

Union Island ist eine besonders reizvolle Grenadineninsel und exklusiver Treffpunkt von Seglern aus allen Teilen der Welt. Hier trafen wir auch zwei Österreicher, Martin aus Wien und Hans aus Tirol. Hans lebt schon über 20 Jahre hier in den Grenadinen und wusste viel Wissenswertes und Interessantes zu erzählen. Die Stadt Cliften pulsiert, gut sortierte Supermärkte, viele kleine Boutiken und Souvenirläden, ein Obst -und Gemüsemarkt offerieren den Seglern Köstliches und Schönes.

                                                            

 

                                               

In diesem Teil der Karibik, den "Windward Islands", wollen wir noch ein paar Wochen bleiben. Die Buntheit und der exotische Reiz dieser Inselwelt und die Stetigkeit des Passat ist für uns Segler traumhaft.