Unser Weg durch Indonesien!

 

 

Indonesien ist sehr groß und besteht aus  10 000 Inseln. Dass wir davon nur einen Bruchteil sehen werden, war uns bewusst. Das indonesische Cruising Permit und Visum hatten wir in unserer Dokumentenmappe und so stachen wir Anfang Juli 2008 von Horn Island ( Australien)aus,  in See.  Ein SO mit 20-25Kn und eine starke Strömung in die gewünschte Richtung schoben uns durch den Golf von Carpenteria  und die Arafura See, Kurs 290 °, Richtung Tanimbar,  einer  zur Molukkengruppe gehörenden Insel. Besonders bewehrte sich das 3.Reff im Gross, denn der Wind legte zu. Unangenehm war die Durchfahrt zwischen den Inseln Tanimbar und Selaru wegen der geringen Meerestiefe und 35Kn Wind; dadurch baute sich eine steile Welle auf. In Selaru (S 20°08,21   E 130°59,48) warteten wir 2 Tage bis der Wind etwas abgeflaut hatte. Dann war es so weit und wir segelten nördlich der Insel Wetar nach Westen. Passabler SO blies und wir kamen gut voran. Beeindruckend war  die „Begegnung“ mit dem lavaspeienden Vulkan Komba(S 08°54,89  E 123°34,69) mitten im Meer. Es war Nacht und so sahen wir den Schein der glühenden Lava bereits 40Nm vorher am Horizont schimmern.

Zeitig in der Früh näherten wir uns Maumere (S 08°37,18 E 122°13,30), einer Stadt an der NO Küste der Insel Flores`. Freundliche Fischer winkten uns und riefen uns zu und nur 100m vor dem Fischmarkt fiel  unser Anker ins Wasser. Kurz darauf besuchte uns Aladin und bot uns an, uns bei allen amtlichen und sonstigen Wegen behilflich zu sein. Als wir dann an Land durften, waren wir in der Stadt die Sensation; selten kommen hier Menschen mit heller Haut, blonden Haaren und gerader Nase her. Kinder liefen uns nach und Jugendliche versuchten mit ihrem bisschen Englisch mit uns zu plaudern, und-----auch unsere Haut zu berühren. Die allmorgendlichen Weckgeräusche waren hier der Gesang des Muezzin und die knatternden Motoren der Longtail-Boote. Indonesien ist das größte islamische Land der Erde: Rund 200 Millionen Menschen und Jahr für Jahr werden es um 3 Millionen mehr.

Nach 5 Tagen verließen wir Maumere und segelten weit ab von der Küste nach Labuanbajo (S 08°29,66 E 119°52,37) an der NW-Küste Flores gelegen. Labuanbajo ist ein kleines Dorf in einer geschützten Bucht. Von hier aus hat man als Tourist die Möglichkeit mit einem Kleinflugzeug oder einer Pinisi (Schoner)Touren zu den umliegenden Inseln, Stränden und  Korallenriffen  zu machen.

Da der Wind unter tags relativ schwach war, nützten wir die Thermik der Nacht und erreichten Ende des Monats (Juli) die Insel Gili Air nördlich von Lombok(S 08°21,94 E 116°04,93). Das Segelrevier  hier ist vor allem bei Dunkelheit sehr anspruchsvoll. Fischer, Fischernetze und Fischfallen können zum Verhängnis werden. Die Fischer sind mit ihren kleinen Booten oft ohne Licht unterwegs und schalten dies meist erst dann ein, wenn man knapp neben ihnen ist.

Vor 13 Jahren verbrachten wir auf Gili Air unsere Weihnachtsferien. Und wie staunten wir jetzt. Den Strand entlang ein Restaurant neben dem anderen und viele Touristen, doch die Inselbewohner waren genauso freundlich wie damals und auch die Verkehrsmittel sind dieselben geblieben, die mit  Glöckchen behangenen Cidomo:  Ponies -- vorgespannt vor einem Zweisitzerkarren. Wir genossen die Tage hier und fühlten uns sehr wohl.

Drei Tage später machten wir uns nach Bali auf und in der Lombok-Strasse zwischen Bali und Lombok schob uns eine starke Strömung zeitweise mit 10Kn dahin. Vor der Marina in Benoa fanden wir, so schien es uns, einen guten Ankerplatz. Als dann am frühen Nachmittag die Ebbe einsetzte, erlebten wir eine Überraschung. Baloo begann sich beträchtlich auf die Backbordseite zu legen  und die Crew wurde sehr nervös  und wollte von Bord. Der Käpt`n jedoch lachte und begann die Steuerbordseite, die nun hoch aus dem Wasser ragte, zu reinigen.   Gegen Abend, mit einsetzender Flut, entspannte sich die Lage jedoch wieder, sodass wir umankern konnten. Am darauffolgenden Tag verlegten wir uns in die Marina.

Zusammen mit unseren britischen Segelfreunden Jim und Jane mieteten wir ein Taxi und fuhren damit ins Landesinnere. Umgeben von Reisfeldern und vielen kleinen Dörfern liegt der zentrale Ort Upud- die Künstlerstadt Bali`s. Hier ist beinahe jeder Balinese Künstler, entweder Maler oder Holzschnitzer.

An unserem 2. Ausflugstag  begaben wir uns in den Norden der schönen Insel. Ein Blick vom 1450m hohen Penelokan  über den Vulkan Batur und die umliegende Berglandschaft war  faszinierend.  Im Dorf Batur steht ein großer neuer Tempel, Pura Ulun Danu Batur, ein umfangreicher Komplex,  an dem schon seit Jahrzehnten gebaut wird. Die Gebäude bestehen aus dunklem Lavagestein, die Innenhöfe sind mit schwarzer Asche bestreut—und rundherum Reisfelder!

Inzwischen hatten wir uns mit einem französischen und  einem australischen Seglerpaar angefreundet und zusammen mit ihnen motorten wir an einem Dienstag, bei günstiger Tide,  zeitig in der Früh aus der Marina in Benoa.  Wie erwartet mussten wir  gegen eine starke Strömung(3-5Kn)  die Küste Bali`s hochsegeln, teilweise unterstützt durch den Motor. Nach einem einwöchigen Zwischenstopp auf Gili Air machten wir uns auf nach Pulau Kangean(S06°51,56  E115°13,65). Von dort segelten wir dann mit gutem SO gegen Norden und legten bei der Insel Pulau Bawean(S05°43,85  E112°40,18) einen zweitägigen Zwischenstopp ein. Wir bunkerten Diesel und feilschten im Ort mit den Frauen auf dem Obst- und Gemüsemarkt.

Als wir am Morgen „Anker auf“ gehen wollten, mussten wir feststellen, dass sich ein Fischernetz um unser Boot gelegt hatte und so hieß es warten bis die Fischer kamen. Mit viel „Palaber“ und Rufen befreiten uns die Burschen und wir konnten absegeln.

Nun wollten wir keinen Zwischenstopp mehr machen und gleich durchsegeln bis Nongsa Point auf der Insel Batam. Der Wind blies aus SO mit 8 bis 15Kn und so kamen wir anfangs halbwegs gut voran, doch im Laufe der Zeit schwächte er immer mehr ab und so mussten wir die letzten 250Nm bis Nongsa Point motoren - eine öde Angelegenheit. Immer mehr zu schaffen machte uns der viele Schiffsverkehr und die  Fischerboote -- vor allem in der Nacht. 

Nach 8 Tagen und rund 700Nm motoren, leichtwindsegeln, motoren, liefen wir endlich müde, aber froh in die neue Marina von Nongsa Point(N01°11,75  E104°05,87) ein. Drei Schiffe lagen in der Marina und die Eigner eines dieser Segelschiffe kannten wir aus dem Jahr  2001, als wir mit unserem Freund Helmut mit seinem Katamaran hier waren.

 

 

 

MALAYSIEN --- SINGAPUR

Von Nongsa Point aus sahen wir die Skyline von Singapur und davor hunderte von Tankern und Frachtern, die dort vor Anker lagen. Eine beeindruckende Kulisse!

Einen Ruhetag  gönnten wir uns,  schliefen lange, spazierten in der Marina und im nahen Urlaubsresort umher und dann, am Tag darauf querten wir das Verkehrstrennungsgebiet vor Singapur, denn wir wollten in die Marina Sebana Cove (N01°24,7  E104°09,8). Dort verbrachten wir  angenehme und erholsame 4 Wochen.

Einige Male setzten wir uns in öffentliche Verkehrsmittel und fuhren nach Singapur.  Dies war jedesmal ein Erlebnis. In den riesigen Einkaufszentren bekommt man alles, was man an technischem und elektronischem Zubehör für das Boot benötigt. Riesige und gutsortierte Supermärkte  befinden sich im Untergeschoss dieser Zentren.

Da die Entfernungen in der Stadt groß sind, ist es am besten man benützt die U-Bahn oder öffentliche Busse; sie sind preiswert und es geht überall äußerst diszipliniert zu. Niemand stößt, drängt oder rempelt.

Sehr beeindruckte uns die penible Sauberkeit überall in der Stadt. Die Slums sind verschwunden, die Straßen werden gefegt, die Gehsteige gewaschen und kein obdachloser Bettler verschandelt die gepflegten Grünanlagen. Die verbliebenen sozialen Probleme hat man unter den Teppich gekehrt-mit Erfolg, wie man sieht.

Chinatown-oder was davon übriggeblieben ist, sollte man unbedingt sehen. In einigen Seitenstraßen dieses Viertels findet man noch echte, traditionelle Chinatown-Athmosphäre. Kaum zu glauben, was z.B. in den Apotheken der China Street als Medizin angeboten und wie viele unbekannte Lebensmittel es in den vielen kleinen Spezialitätenläden zu entdecken und zu probieren gibt.

 

 

 

MALAKKA STRASSE

Wieder war es so weit Abschied zu nehmen. Viele Segler aus verschiedenen Teilen der Welt haben wir in Sebana Cove kennengelernt, doch wir wollten weiter. Diesmal brachen wir zusammen mit einem Seglerpaar aus Amerika auf, denn die Strecke, die nun vor uns lag, wollten wir nicht alleine machen: Die Malakka Strasse, eine der  meistbefahrensten Seewege der Erde! Am 25.Oktober verließen wir die Marina und motorten die 5Nm bis zur Flussmündung hinaus. Am nächsten Morgen bei Tagesanbruch fuhren wir los, vorbei an Tankern, Frachtern und Schleppkähnen bis hin zu unserem ersten Ankerplatz vor der Insel Pulau Sudong(N01°12,90  E103°43,55). Sorgen machten uns hier der viele Unrat und die zahllosen kleinen und  großen  Nylonsäcke im Wasser.  Leider gab es auch an den folgenden Tagen keinen Wind, sodass wir die nächsten 150Nm bis Port Dixon(N02°28,63  E101°49,96) motoren mussten. In der Marina von Port Dixon  erlebten wir dann eine freudige Überraschung als unser Freund    Helmut Meidl anklopfte und  uns einen Guten Morgen wünschte! Auch er war auf dem Weg gen Norden und musste hier einen Tankstop einlegen. Zwei Tage später kamen die nächsten österreichischen Segler in die Marina. Peter, Alexandra und ihren Sohn Finn kennen wir schon seit Tahiti, aber nur über den Funk. Mit ihrem Warham 38 waren sie bisher immer „hinter“ uns, doch nun konnten wir endlich zusammensitzen und wir hatten einander viel zu erzählen.

Ein Ausflug ins Landesinnere sollte unseren Aufenthalt in Port Dixon etwas abwechslungsreicher gestalten. So mieteten wir zusammen mit Cori und Barbara, dem amerikanische Seglerpaar, ein Auto und begaben uns ins Verkehrsgetümmel-Linksverkehr! Unser Ziel war die historisch wertvolle Stadt Malakka. Jahrhundertelang war Malakka unter portugiesischer Herrschaft, bis sie dann im 17.Jhdt von den Holländern erobert wurde. Geht man heute durch die Stadt, so bekommt  man tatsächlich das Gefühl, in Holland zu sein.

Gut eine Woche hielten wir es in der wunderschönen Marina aus, dann bereiteten wir uns vor, denn vor uns lagen 350Nm in der Malakka Strasse. Das heißt enormer Grossschifffahrtsverkehr, starke Strömung gegenan und eventuell auch Wind auf die Nase. Und so war  es leider auch. Der Wind kam mit 15Kn genau aus der Richtung, in die wir segeln wollten und die Strömung drückte mit oft 2,5Kn gegen unseren Bug, sodass das Motoren gegenan nicht allzuviel brachte. Nun hieß es kreuzen. Stunde um Stunde rann dahin und wir hatten kaum Meilen gemacht; gegen Abend ließ der Wind endlich etwas nach, sodass wir motoren konnten und wir erreichten müde und geschlaucht Pulau Kelang, einen geschützten Ankerplatz (N02°54,67  E101°15,80).

Am nächsten Tag war es keinen Deut besser, dazu kam noch, dass wir immer wieder Schleppkähnen ausweichen mussten und ---- auf ausgelegte Fischernetze achten mussten. Am späten Nachmittag beendete ein technisches Problem unserer Freunde  das Segeln am Wind. Eine Unterwant auf Coris Schiff war gebrochen, sodass wir 10Nm bis Pulau Angsa Selata(N03°15,78  E101°09 95) ablaufen konnten und dort die Nacht verbrachten. Am nächsten Tag halfen wir die Unterwante auszutauschen und da sich der Wind etwas gelegt hatte, konnten wir fürs erste einmal gemütlich motoren. Im Laufe des Tages „schlief“ der Wind dann beinahe völlig ein und dies  ließ uns den Entschluss fassen, keinen Zwischenstopp mehr einzulegen, sondern bis Langkawi durchzumotoren. Vorbei ging es an Lumut und an Penang. Dorthin, so beschlossen wir über Funk, wollten wir später einmal mit der Fähre, von Langkawi aus. Anstrengend bei dieser Motortour war es vor allem nachts. Viele Fischerboote, meist schlecht beleuchtet, kreuzten unseren Weg und  meist saßen wir beide draußen und hielten Wache und schauten.

Am 3. Tag war es dann so weit—vor uns, im Morgengrauen, tauchte die Insel Langkawi am Horizont auf. Baloo bekam scheinbar Flügel, doch vorher mussten wir noch die richtige Einfahrt zwischen den Inselchen vor Langkawi finden. Natürlich gelang uns das,  da wir ja gute Seekarten haben. Platz D 21 wies uns die Marinaangestellte in der Royal Yacht Club Marina  von Langkawi(N06°18,12  E099°50,57) zu und als wir unsere Leinen hinüberwarfen, standen Helmut , Hans  und  Poldi, drei burgenländische Seebären, am Steg und halfen uns mit einem kräftigen „Griass eich!“, festzumachen.

 

 

 

Wohnhaus Ubud        Aladin        Aladins Tochter        Äquator        Auslegerboot

Bawean        boby isl. Ausfahrt Torres Strasse        Da gehts dahin        Dorfmädchen        Dorfstrasse

fesches Mäderl        Fischer        Fischerdorf        Frachter v. Singapur        Vugen vergiessen

                guter Wind        Indonesierin        Indonesische Fähre

Lady Jane u. Baloo        Maumere Einklarieren        Moni        Pinisi        rauhe See

Reisernte        Reisfelder        Reisspeicher        Rikscha        Sebana Cove

Sikaflex        Singapur        Singapurstrasse        Singapur U-Bahnstation        Trockenfallen

Weberin        Weihnachten 2008