Der Atlantik!

Für 10.9.03. und die folgenden Tage wurde Ostwind angesagt, daher hieß es für uns „Leinen los“. Um 0700h, drei Stunden nach Gibraltar- Hochwasser, verließen wir die Marina Bay Marina und fuhren zwischen den „Säulen des Herakles“ hindurch, in die Strasse von Gibraltar ein. Die beträchtliche Strömung war die erste Stunde unserer Fahrt gegen uns,  dann mit uns. So ging es recht flott dahin und bald erreichte unsere kleine Flotte, bestehend aus vier Yachten, den Ort Tarifa an der spanischen Seite der Strasse. Bis dahin war Flaute und das Wasser war spiegelglatt.  Bald aber kam der angesagte Ostwind auf und wir konnten Segel setzten. Nach einiger Zeit baute sich eine unangenehme kurze, aber steile Welle auf und es wurde recht ungemütlich. Bis Porto Santo, einer Nachbarinsel von Madeira, waren es noch fast 600NM. Je weiter wir uns vom Festland entfernten, umso angenehmer wurden die Wellen und unser Baloo glitt mit Rauschefahrt die Wellen hinunter. 10 Knoten Höchstgeschwindigkeit waren keine Seltenheit. Die Besegelung bestand zu dieser Zeit nur aus der leicht gerefften Fock. So stellten wir uns Segeln immer an kalten Winterabenden vor, wenn wir von unserer Reise träumten! Die Zeit verging wie im Flug und bald lag die halbe Strecke hinter uns. Am Abend des dritten Segeltages fingen wir mit unserer Schleppangel eine schöne Goldmakrele. Nach 110 Stunden Segelzeit machten wir in der Marina von Porto Santo fest und waren nun doch froh, hier zu sein. Wir hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,9 Knoten ersegelt, was für unser Schiffchen eine sehr gute Leistung ist. Müde aber glücklich fielen wir in die Koje. Später ließen wir uns, gemeinsam mit Freunden die gefangene Goldmakrele schmecken.

     

Dorade             Liesl am Steuer   Gruppenfoto-

                                                  Funchal

 

Porto Santo ist eine Insel vulkanischen Ursprunges, mit einer flachen, mit langen Sandstränden durchsetzten, Nordküste. Die Südküste ist von schroffen, steil abfallenden Klippen geprägt und erinnert an Bonefacio oder Dover.

Nach ein paar Tagen fuhren wir unter Motor die 32NM hinüber nach Madeira. Wir, damit meine ich unseren Baloo, Star Cruiser (Bob und Carol), Skimmer (Heyward und Charlotte) und Nirvana (John-ein Einhandsegler). Die Marina in Canical liegt im Osten Madeiras und ist sehr abgelegen, doch neu und nicht  teuer. Zusammen  mit unseren amerikanischen Segelfreunden mieteten wir ein Auto und begannen die Insel Madeira zu erkunden. Die Nordküste, das „wilde Madeira“, fällt abrupt zum Meer ab, mal lavaschwarz, mal purpurrot. Das „sanfte Madeira“ findet man im Südteil der Insel. Das Klima auf Madeira ist subtropisch und wir hatten oft den Eindruck in einem Blumengarten zu sein. Die Hauptstadt FUNCHAL verteilt sich um das Hafenbecken und klettert im weiten Rund die Hügel hinauf.

Auf dieser Insel könnte man lange bleiben und hätte dann noch immer nicht alles genossen.

        

Madeira            Streglitzen       Pico del Teide

                                                 Tenaeriffa

 

Für uns hieß es am Dienstag, 23.09. Abschied nehmen. Leichter  „Nord“ war vorausgesagt und so war es dann auch. Um 08.10.Uhr in der Früh setzten wir die Segel und mit 5,6 Kn. segelten wir in Richtung Kanarische Inseln. Unser Ziel war Teneriffa. Mit uns waren Star Cruiser und Nirvana. Gegen mittag drehte der Wind dann auf Ost und mit Halbwindkurs und nicht zu hohem Wellengang war es ein angenehmes Segeln. Am Abend hatten wir Funkkontakt mit Star Cruiser und Nirvana, hörten, dass alles o.k. war und so segelten wir gemeinsam in die Nacht hinein. Auch am Mittwoch blieben Wind und Wellen gleich und erst am Donnerstag in der Früh ließ der Ostwind auf sich warten. Es blieb uns nichts anderes übrig als den Motor zu starten und die letzten Meilen bis  Santa Cruz auf Teneriffa zu motoren. Nach 50 h und 284,7NM machten wir in der Marina del Atlantico fest. Über Funk erfuhren wir, dass auch Star Cruiser und Nirvana bald hier sein würden. Und so war es dann auch. Nach ihrer Ankunft wurde sofort ein Fläschchen geöffnet! Später, wir waren bereits auf unserem Boot , hörten wir jemanden unseren Schiffsnamen rufen. „Grüß euch, ich bin Carlo“,sagte ein älterer, gepflegter Herr. Carlo ist Wiener, lebt hier auf Teneriffa und ist jener Funkkollege, mit dem Gerhard öfter Funkkontakt hatte und der täglich von 07.00-08.00 UTC auf 14313KHz on Air ist.

Ein besonderes Ereignis erregte unsere Aufmerksamkeit. Die „Gorch Fock“, das deutsche Segelschulschiff lag in Santa Cruz und hatte am Sonntag „Tag der offenen Tür“. Ein Besuch war natürlich Pflicht. Wir waren von diesem schönen Segler sehr beeindruckt.

 

                             

Gorch Fock        Lavafeld in           auf der                    Opernhaus                Liesl, Sabine

                         Teneriffa          Gorch Fock               in Santa Cruz                  Dario

 

Teneriffa oder La Gomera wird unser Ausgangspunkt für die Überquerung des „Großen Teiches“ sein. Der Start zur Überquerung ist Ende November oder der 1.Dez. Bis dahin werden wir die letzten Vorbereitungsarbeiten am Schiff machen, Kontakte zu anderen „Yachties“ pflegen, weitere Informationen sammeln und am Schluss uns mit all dem versorgen, was für die Überquerung wichtig ist.