Abschiednehmen ist schwer!

 

Auch für uns war es nicht einfach von unseren lieben  Freunden Abschied zu nehmen.

Ende Juni 2003 warfen wir in Umag unsere Leinen los.  Unsere lieben Segelfreunde standen winkend und rufend am Steg, Liegeplatz Nr. 403.

 

   Komolac

Wir setzten sogleich Segel und kreuzten gegen den Wind Richtung SO.  So ging es den ganzen Tag und die ganze Nacht bis 0600h in der Früh dahin. Der Wind war dann leider weg und wir mussten bis Dubrovnik motoren. Hier gönnten wir uns eine eintägige Pause.

 

   Fritz am Steuer

Am nächsten Tag begann die Überfahrt nach Korfu; dort kamen wir 36 Stunden später an und ankerten in einer wunderschönen Bucht vor dem Stadtteil Gouvia. Obwohl es schon fast Mitternacht war, gönnten wir uns noch einen (oder mehrere.......?) kräftigen  Sundowner.

 

 

     

Festung Korfu    Markt Korfu     Hochzeit Korfu

Kiel-Radio war der Grund, warum wir nun auf Korfu waren. Wir warteten auf unser Funkgerät, das uns diese Firma hierher schicken sollte. Da wir noch Zeit hatten, segelten wir nun mit gutem Wind zur Insel Paxos und legten uns im Norden dieser Insel in die Bucht LAKKA. Hier war es sehr schön und wir glaubten uns bereits in der Karibik.

  

  

Baloo vor Paxos       Paxos

Am Freitag, 11. Juli frühmorgens startete ein Flugzeug der Olimpic Airway und hatte unseren Freund Fritz an Bord, Fritz hat uns drei Wochen von Umag bis Korfu begleitet. Eigentlich wollten wir drei schon viel früher Richtung Sizilien lossegeln, aber Hr. Reinke von Kielradio hatte unser Funkgerät mit der Schneckenpost nach Korfu geschickt. Nun funktionierte aber alles bestens und wir gingen sogleich Anker auf und setzten uns Richtung Sizilien in Bewegung. Bis zur Insel Othoni mussten wir mangels Wind motoren, aber dann briste es Gott sei Dank auf, und wir konnten die nächsten 25 Stunden gut segeln. Am Sonntag, 13. Juli um 0330h liefen wir unter Motor in die Strasse von Messina ein und durchfuhren diese unter guten Bedingungen: wenig Schiffsverkehr, kein Wind und nur zwei Knoten Strom. Mittags legten wir in der Marina von Milazzo an. Milazzo liegt im Nordosten von Sizilien und ist ein entzückendes, verträumtes Städtchen mit sehr netten Menschen. Da auch am nächsten Tag kein Wind war, motorten wir die abwechslungsreiche sizilianische Nordküste weiter bis Orlando.

      

     

Containerschiff        Strasse von Messina    

Eigentlich wollten wir hier übernachten, aber der Wetterbericht von Intermar, einer deutschen Amateurfunkvereinigung für Segler, sagte uns sehr günstige Windverhältnisse für die Weiterfahrt nach Sardinien voraus und so gingen wir Anker auf. Nach 84NM machten wir einen kurzen Tankstop auf der Insel Ustica, dann setzten wir Segel und fuhren mit einem herrlichen SO-Wind Richtung Sardinien. Nach einer schönen Nachtfahrt, mit glitzerndem Firmament tauchte um 1325h aus dichtem Dunst die Sardinische Südküste auf. Unser Anker fiel vor einem Badestrand und wir hofften, uns ausruhen zu können. Doch leider kam es anders, denn eine starke Dünung aus SO stand in die Bucht und schupfte uns die ganze Nacht. Zeitig in der Früh verließen wir diesen unruhigen Ankerplatz und segelten in die Hauptstadt Cagliari. Hier legten wir uns in die Marina del Sole. Cagliari hat große Geschichte. Die Stadt ist älter als Rom und war viele Jahrhunderte Handelszentrum im westlichen Mittelmeer. Hier lernten wir sehr nette Segler kennen, Peter und Monika. Beide waren bereits mit einem 10m langen Stahlschiff um die Welt gesegelt und konnten uns gute Tipps geben. Cagliari hielt uns einige Tage fest. Am Montag, 21.7., zeitig in der Früh setzten wir Segel und fuhren die Südküste bis Porto Teulada entlang. Am nächsten Tag nach dem Frühstück ging es mit herrlichem Ostwind, in Böen bis 38 Knoten, weiter zur Insel San Pietro, westlich von Sardinien. Rasten und genießen war einige Tage  unsere Hauptbeschäftigung.

        

        

Navi-Platz       Sonnenntergang    Fischmarkt     Gaffelsegler vor

                                                                      Palma de Mallorca

 

Carloforte, die Hauptstadt von San Pietro ist nicht groß, aber ein Ort voll südländischer  Lebendigkeit. Auch die schönste Liegezeit findet ihr Ende. Unser nächstes Ziel war die Baleareninsel Menorca. Um dorthin zu gelangen, muss der wegen des Mistrals bekannte Löwengolf überquert werden. Der Wetterbericht sagte uns ein dreitägiges Wetterfenster voraus und wir legten bei abflauendem Mistral am Abend des 25.7.03. ab. Der Wind wurde immer schwächer, aber für einige Stunden konnten wir noch gut segeln. Um Mitternacht wurde dann der Motor gestartet und bis nach Mahon, Menorcas Hauptstadt nicht mehr abgestellt. Einige Stunden nach der Ankunft in Mahon meldete sich der Mistral zurück und es wehte wieder ordentlich aus NW. Baloo lag aber sicher vor Anker und wir genossen all die Annehmlichkeiten dieser schönen Stadt. Mahon liegt am Fuße eines Hügels in einem Fjord, der tief in die Insel einschneidet und daher äußerst sichere Liege-Möglichkeiten für Schiffe bietet, dementsprechend viele Yachten trifft man hier an. An der sehr langen Mole, im Hochsommer einen Liegeplatz zu bekommen, ist nur mit viel Glück möglich. Nach drei Tagen wurden wir von der Hafenbehörde aufgefordert, unseren Ankerplatz zu verlassen und weiter draußen im Fjord an einer Boje festzumachen, da ankern an diesem Platz in der Hochsaison nur für drei Tage gestattet ist. Am nächsten Morgen verließen wir die Boje und segelten Menorcas Südküste entlang, um an der Ostküste in der tiefen Bucht "Cala Sandandria" mit einer Landfeste zu ankern . Am Abend des 1.8.03. legten wir wieder ab und segelten mit leichter Backstagbrise hinüber nach Mallorca. In der Früh ließen wir den Anker in Puerto Colom fallen. Ein paar Tage bummelten wir Mallorcas Südküste entlang und motorten am 5.8. hinüber nach Ibiza. Nach 61NM fiel in Portinatx, einer verträumten kleinen Bucht im Norden der Insel unser Anker ins glasklare Wasser. Bis Freitag blieben wir, dann wollten wir weiter. Leider wieder unter Motor-zu wenig Wind. Unser nächstes Ziel hieß Santa Eulalia-eine interessante Stadt an der Südküste. Doch starker Schwell und rücksichtslose Motorbootfahrer ließen uns am nächsten Tag schon zeitig ablegen. Unser Kurs war 296 Grad vor dem Wind nach Espalmador-ein Inselchen zwischen Ibiza und Formentera. In einer weitläufigen, gut geschützten Bucht fiel der Anker. Der wunderbare Sandstrand erinnerte an eine Tropeninsel. Yachten aller Größen und Typen lagen hier. Bis Dienstag, 12.8. hielt es uns in dieser schönen Bucht, doch dann lichteten wir den Anker und mit Wehmut verließen wir diesen Platz. Ostwind blies, gut für unser Vorhaben an die Spanische Südküste zu segeln. Wir setzten das Großsegel und die Fock, beide ausgebaumt. Vor dem Wind ging es mit 6KN flott dahin. Nach 28 Segelstunden legten wir in der Marina Cartagena neben freundlichen Franzosen an.

        

        

Baloo vor dem    Bob und Carol    Eingang zur     Liesl, Carol und

Wind                                         Festung in        Gerhard in Gib.

                                                 Almaria       

 Der Hafen von Cartagena ist riesig und beherbergt den größten Teil der spanischen Mittelmeerflotte. Wir kamen mit anderen Seglern ins Gespräch und lernten auch ein Amerikanisches Seglerpaar, Bob und Carol kennen. Die beiden sind auf dem Nachhauseweg nach Florida und haben daher die Welt schon fast umsegelt. Mit Bob und Carol, John und Prue, einem Australischen Paar, segelten wir im Konvoi weiter nach Almerimar und waren am nächsten Morgen heilfroh, dass wir Radar an Bord hatten, denn bei dem vorherrschenden Nebel konnte man kaum den Bug des eigen Bootes sehen. Die Marina Almerimar liegt ca. 140NM östlich von Gibralter, ist riesig und gut organisiert. Da der Wind permanent aus Westen blies, mieteten wir ein Auto und schauten uns die Umgebung an: Gibralter, Sierra Nevada, Almeria. Nun sind wir schon seit einer Woche hier und es bläst immer noch aus Westen. Wenn der Wind auf Ost dreht, wollen wir weiter nach Gibralter, Cadiz, Madeira und zu den Kanaren.